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Bring Deinen inneren Schweinehund um!

Wir kennen ihn alle. Den Schweinehund, den inneren. Er steht als Synonym für das uns innewohnende Faultier, das uns immer wieder bremst, aufhält und unsere alten Gewohnheiten – meist nicht die guten – hervorzieht, wenn wir etwas angehen wollen. Er ist ein Fabeltier, das noch niemand gesehen hat. Aber die Auswirkungen hat schon jeder bemerkt.

MotivationBaumfrosch_50p_R1

Tierschutz fehl am Platz

Nicht wörtlich nehmen. Aber an dieser Stelle ist Tierschutz fehl am Platz (stellt sich die Frage, was geschützt wird). Mit Samthandschuhen werfen Trainer den Schweinehund als weiches Stofftier durch die Gegend. Der Fänger darf in der Gruppe über seinen ganz persönlichen Schweinehund sprechen. Damit wird er kleiner, süßer und fast schon zu einem natürlichen, freundlichen Begleiter, von dem wir viel, viel über uns lernen können. Doch wer wird hier geschont? Der Schweinehund oder sein Besitzer?

Das eigene Biest im Nacken

Ich habe selber so ein hartnäckiges Biest im Nacken sitzen. Das raunt mir ins linke Ohr: „Lass liegen. Kannst Du später machen.“ Und flüstert mir ins rechte Ohr: „Warum was ändern? Läuft doch und morgen ist schon ein neuer, anderer Tag.“ Also bleibt es liegen. Und ich falle in die mich immer wieder herunterreißende Routine ab. Je mehr ich versuche den Schweinehund abzuschütteln, umso heftiger klammert er sich mit seinen Krallen an mir fest. Wie werde ich ihn also los?

Das ist wie Familie, wirste auch nie los

Es gibt einen interessanten Ansatz. Mach den Schweinehund zu Deinem Freund. Dort befindet er sich manchmal in bester Gesellschaft. Doch wenn man gute Freunde hat, wollen die auch nicht mit dem Schweinehund zusammen in einen Sack gesteckt werden. Warum also mit dem Schweinehund anfreunden? Robert Betz nennt Menschen, die uns ärgern und uns in unserer Persönlichkeitsentwicklung fördern, Arsch-Engel. Ja, richtig gelesen. Vielleicht ist so ein Schweinehund auch eine Art Arsch-Engel, nur eben nicht real, sondern in unserem Kopf? Bleibt die Frage, ob der Schweinehund uns in unserer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen kann?

Hund_Schwein_50p_R1Er ist du

Er ist derartig ein Teil von Dir, dass er DU ist. Willst Du diese fiese Kreatur aus Faulheit, schlechten Gewohnheiten, verkorkstem Mindset auch noch pflegen? Es gibt ja durchaus Menschen, die ihre Hunde vermenschlichen. Das geht so weit, dass den Hündchen komische Kleidchen, Mäntel und Hüte angezogen werden. Das ist nicht natürlich. Der Schweinehund ist immer so groß, so stark wie Du ihm Aufmerksamkeit – also Energie – schenkst. Das ist seine Natur. Gibst Du nach, wird er größer. Lässt Du nach, wird er stärker. Schenkst Du ihm mehr Aufmerksamkeit – z. B. indem Du Dich über ihn ärgerst – fütterst Du ihn. Nimm ihn an, denn er gehört zu Dir. Aber er muss von Dir beherrscht werden – nicht umgekehrt!

Die kurze Leine ist für Dich, nicht für den Ferkel-Köter

Beim Hund ist die Leine dafür da, dass er nicht wegläuft, sich selbständig macht. Die kurze Leine in diesem Fall ist für Dich. Damit Du die Kontrolle nicht verlierst. Ich habe mir ein paar Tipps überlegt, wie Du dieser Antriebshürde entgegenwirken kannst.

Wo stehst Du?

Gehe drei oder vier Schritte gedanklich zurück. Betrachte Dein Umfeld aus den Augen eines anderen. Gehe durch Deine Lebensbereiche und notiere Dir, wo es hakt. Mach es nicht zu kompliziert. Es können ganz einfache Dinge sein wie „Die Tür knarrt und quietscht“ oder auch größere Projekte („Der Raum ist unaufgeräumt.“) Was stört Dich?

Einfach vor schwer, klein vor groß

Laotse hat einmal gesagt, dass die Großen Dinge anfangen, wenn Sie klein sind und das Starke, wenn es schwach ist. Etwas profaner: Auch Arnold Schwarzenegger war mal ein Baby. Ein Schweinehund ist erst ein Welpe. Dann lässt er sich noch „erziehen“. Später wird es schwieriger. Doch was tun, wenn das Biest schon ausgewachsen ist?

Große Dinge kleinmachen

Was haben ein hoher Berg, eine schwere Aufgabe, ein riesiges Projekt und ein Laib Brot gemeinsam? Wenn es sofort nicht zu 100% geht, dann geht es in Etappen. Wir machen den Berg kleiner, indem wir in Etappen denken. Wir machen die Aufgabe leichter, weil wir sie in Teilaufgaben zerlegen und aus dem riesigen Projekt machen wir Teilprojekte. Oder hast Du schon einmal versucht ein ganzes Brot zu essen? Da machst Du auch Scheiben daraus und damit das trockene Ding besser verdaulich ist, kommt noch Aufschnitt darauf, dick Butter, vielleicht noch ein Schnitzel … (nun gut, ich schweife ab).

Hundewelpe_25p_R1Er putzt nicht, ist aber putzig

Allein, dass diese unsägliche Antriebsschwäche, diese schlechte Angewohnheit alles liegen und stehen zu lassen (im wörtlichen wie übertragenen Sinne), einen Kosenamen hat, zeigt doch, wie wir damit umgehen. Es gibt sogar Bilder von Hunden mit Schweinsnasen, Plüschtiere. Niedlich. Warum hat nicht jeder so einen – ach so, hat ja jeder. Richte ich meine Aufmerksamkeit auf den zur Wirklichkeit gewordenen Bremsklotz, dann mache ich ihn größer. Aber worauf soll ich meine Aufmerksamkeit richten? Fokussiere positive Dinge. Das hat jetzt nichts mit wegwünschen oder die rosa-rote Brille zu tun. Sondern stell Dir vor, wie sich Deine Situation verbessern wird, wenn Du endlich diese unliebsamen Leichen in Deinem Keller losgeworden bist.

Der macht auch Haufen

Nicht der Schweinehund ärgert uns. Es sind seine Hinterlassenschaften (die wir selbst produzieren – was für eine Ironie!). Machen wir uns also im nächsten Schritt bewusst, was uns stört. Schreiben wir dazu, was wir tun müssten, um es zu verändern und wieviel Zeit und Aufwand das kostet. Und jetzt geht es an die Umsetzung. Das Motto: jeden Tag etwas.

Jeden Tag etwas

Das gilt für alle Dinge, die wir nicht sofort erledigen können. Es gibt unzählige Handgriffe, die wir sofort erledigen können. Die Regel: alles, was ich in 30 Sekunden tun kann, tue ich sofort. Und dann nehme ich mir jeden Tag eine Aufgabe vor – z.B. „Ich räume jeden Tag etwas auf!“ oder „Ich mache jeden Tag etwas sauber!“

Habe ich zum Beispiel viele unangenehme Telefongespräche zu führen, dann nehme ich mir vor „Jeden Tag rufe ich eine Person an.“ Tue ich das nicht, werde ich nie irgendjemanden anrufen. Kontinuität ist das Stichwort.

Linse scharf stellen

Denken wir die Situation wie sie sein wird, wenn wir das gewünschte Ergebnis erreicht haben. Motivieren wir uns selbst. Richten wir die Aufmerksamkeit auf das Positive, dann wird der Weg dorthin leichter empfunden. Das Leben ist ein Jammertal, für den der im Tal jammert.

Vogel_Nest_50p_R1Was frisst so ein Schweinehund?

Schmeißt Du ihm Motivation in den Napf, vielleicht ein bisschen durchgerührt mit Glücklichsein, dann macht sich der Schweinehund darüber her. Er lebt im Sofa. Direkt unter er Sitzfläche. Und immer, wenn Du aufspringen willst, um etwas ganz wunderbares zu erleben, dann zieht er Dich zurück. Mit der Flimmerkiste arbeitet er übrigens gut zusammen. Die Beiden machen Dir das Leben so richtig oberflächlich. Und ehe Du Dich versiehst, ist wieder ein Abend vorbei.

Füttern verboten

Einfacher gesagt als getan. Er schmeichelt sich aber auch immer so geschickt an einen heran, kullert mit den Augen und schon ist man geneigt, ihm wieder mehr Raum zu geben. Nein! Wirf Reißzwecken statt Dich selbst auf Dein Sofa und nimm die Kartoffeln aus den Taschen, die Dich als Couch-Potatoe immer wieder herunter ziehen.

Gründe Dein eigenes Kommitee

Es gibt Menschen, bei denen ist der Schweinehund klein, mickrig. Alles ist picobello in Schuss, aufgeräumt, sauber – das Haus, die Finanzen, die Beziehung alles tutti. Es gibt aber eine große Anzahl von Menschen, bei denen ist es gerade einmal anders herum. Es ist hilfreich anderen Menschen davon zu erzählen, was Dich stört. Vereinbare mit Ihnen ein realistisches Ziel und verbindet das Erreichen des Zieles mit einem schönen gemeinsamen Moment. Zum Beispiel: „Hallo Werner, ich werde meinen Keller aufräumen. Wenn das geschafft ist, dann hole ich den Grill raus und wir grillen zusammen. Was hälst Du von einem Termin in 3 Wochen?“ (das Beispiel macht sich im Winter nicht so gut, aber Du weißt, was ich meine).

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