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Agil moderieren – Michaela Stach

Agil ist so ein Modewort. Es wird gut und gern inflationär verwendet. In die gleiche Kategorie passen Digitalisierung, Netzwerk und Irgendwas 4.0. Was agil Moderieren bedeutet? Keine Ahnung. Bis ich das Buch von Michaela Stach lesen durfte. Wie das Buch ist? Meine ganz persönliche Meinung dazu gern in diesem Beitrag.

Agil Moderieren

Ein Vorwort

Stéphane Etrillard zieht in seinem Vorwort das Fazit: „Die Autorin hat ein wichtiges Buch geschrieben, dessen Wert für die Arbeitswelt von heute und morgen kaum überschätzt werden kann. Überall, wo Teams gebildet werde und gemeinsam arbeiten, sind effektive Gruppengespräche ein unersetzbares Instrument der Prozesssteuerung. Michaela Stach beschreibt die verantwortungsvolle Aufgabe der Moderierenden und zeigt, wie sie echte Ergebnisse erzielen. Ich verstehe Ihr Buch als Leitfaden, der Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Moderation gibt und der ganz auf die Berufspraxis zielt“ (Zitat)piano_50p_R1

Ein Vorlaut

Ist es das wirklich? Ein Grundlagenwerk für die Moderation und vielleicht sogar ein Meilenstein in der Welt der Führung von Gruppendiskussionen? Die Messlatte liegt hoch. Für jemanden wie mich, der zwar viele Gruppengespräche schon geführt hat, jedoch damit den Begriff Moderation nie verbunden hat (weil es das zugegeben meist auch nie war), will ich aus der Sicht des Anwenders, des Unternehmers dieses Buch unter die Lupe nehmen und die Frage stellen: Was kann ich konkret damit anfangen? Denn alles andere ist zwar schön, aber eben nicht funktionell.

Die soziale, kollektive Intelligenz anzapfen

Bevor wir zum Buch selbst kommen, möchte ich mit Ihnen eine virtuelle Vereinbarung treffen. Sie sagen mir zu, dass Sie sich grundsätzlich auf den Gedanken einlassen, dass Sie bereit sind, die soziale Intelligenz aller Beteiligten in Gruppengesprächen berücksichtigen zu wollen. Dazu gehört, dass Sie bereit sind ein Klima zu schaffen, in dem jede/r grundsätzlich die Chance hat sich erstens zu äußern und zweitens für seine Äußerungen nicht den Kopf abgerissen bekommt. Sie fragen mich, was mein Part in der Vereinbarung ist? Nun ja, Sie können erwarten, dass ich Ihnen besondere Einblicke in dieses Buch präsentiere. Kommt unser Deal zustande? Wenn nicht, dann lesen Sie einfach nicht weiter.Stadt_Menschen_50p_R1

Warum sollen wir überhaupt agil moderieren?

Schreiben wir erst einmal vom Sinn dieses Buches. Es gibt jedes Jahr tausende von Titeln. Warum sollte es also ein Buch zum agilen Moderieren geben? Sie haben bestimmt auch schon festgestellt: unsere Welt wird komplexer. Damit werden auch die Fragestellungen komplexer. Wir können nicht immer alles selbst und allein beantworten. Wir brauchen Teams, die sich über Fragestellungen beugen. Und überall, wo wir Menschen ungebremst aufeinander loslassen, passieren einfach Kommunikationsfehler. Seien Sie sicher: Fehler in der Kommunikation passieren nicht einfach nur, sondern werden mit Sicherheit durch die Beteiligten aufkommen. Hören ist eben nicht verstehen. Und da kommt die Moderatorin oder der Moderator ins Spiel.

Wollen Sie Speaker sein oder Moderator?

Michaela Stach zeigt für jeden verständlich, dass diese Entscheidung im Raum steht noch bevor es überhaupt zur eigentlichen Moderation gekommen ist. Sie sind als Moderator nicht der inhaltliche Experte, sondern ein unterstützender Begleiter. Seien Sie Profi, aber dort, wo es angebracht ist. Natürlich ist es nicht leicht, wenn man in das Unternehmen selbst involviert ist und seine eigene persönliche Meinung hat. Die Autorin zeigt, warum es wichtig ist dieses Rollenverständnis ganz klar und deutlich als agiler Moderator zu leben.hirtenhund_50p_R1

Seien Sie anders und bereit zur Veränderung

Ich kenne diese Meetings. Man sagt, es gäbe keine bessere Möglichkeit, Zeit zu vergeuden als in Meetings. Woher kommt dieses Mindset? Natürlich aus der Erfahrung, dass in endlosem Gelaber Meeting um Meeting Papier in Form von Protokollen gefüllt worden sind, aber als Ergebnis – letztendlich als Verbesserung – überhaupt nichts oder nur wenig dabei herauskommt. Sind Sie auch enttäuscht von Meetings? Dann gibt Ihnen dieses Buch Hinweise, wie Sie den toten Kandidaten „Meeting“ wiederbeleben können. Dazu müssen Sie bereit sein zur Veränderung. Auch in der Form wie Sie Meetings durch-führen.

Oder wie Michaela Stach in der von Gleicher und Harris festgestellten „Change Formula“ kommentiert, dass es keine Veränderung gibt, wenn die Unzufriedenheit zu gering ist, wenn es keine Vision gibt oder wenn nicht die ersten Schritte unternommen werden.

Vor der Moderation ist in der Moderation

Vorbereitung ist alles. Michaela Stach gibt Tipps und Anregungen, was zu beachten ist (übrigens mit den Checklisten zum Schluss des Buches lässt sich gut arbeiten). Sie hat Hintergrund. Das merke ich beim Lesen. Und sie schafft es, dieses Wissen in Zeilen zu gießen, die Unternehmer/innen und Moderationswillige abholt. Eine gute Vorbereitung ist aber noch kein Garant für eine gelungene Moderation. Was müssen wir also unbedingt beherzigen, um die Methode der agilen Moderation erfolgreich einzusetzen?Rahmen_50p_R1

Agil malen und den Rahmen beachten

Vergleichen wir die agile Moderation mit einem Ölgemälde, dann müssen wir beim virtuosen Malen den Rahmen mit beachten. Michaela Stach zeigt uns diesen Rahmen, in dem sich das agile Malen abspielt. Sie gibt konkrete Tipps und zeigt die Stolperfallen, die auf uns warten. Welche Farben, welche Hilfsmittel uns zur Verfügung stehen, bestimmen, wie ausdrucksstark das Endresultat sein wird. Mich hat überrascht, dass ich in diesem Buch auch noch einmal einige Kreativitätstechniken wiederfinden konnte. Diese sind so anschaulich aus Sicht der agilen Moderation erklärt, dass sie direkt beim nächsten Mal einzusetzen sind.

Gefährliches Halbwissen vermittelt

Jetzt stecke ich in einem Dilemma. Halte ich die agile Moderation für eine professionelle Methode, die einer (umfangreichen) Ausbildung bedarf oder ist es möglich in einem fast 250-seitigen Buch diese Methode soweit zu vermitteln, dass damit kein Schaden verursacht wird? Meine ganz persönliche Meinung dazu: Natürlich ist gelesen, nicht erlebt, erfahren. Und selbstverständlich ersetzt ein Buch nicht ein Training oder Seminar.

Für die Unternehmerin, den Unternehmer bietet das Buch „Agil Moderieren“ eine gute Basis, mit der selbst inszenierte Workshops und Meetings besser gelingen können. Für den interessierten Profi bietet es einen Einblick und Ansichten, die das eigene Moderationsverhalten hinterfragen. Und es stößt eine Tür auf, die einfach wichtig ist, um Gruppengespräche zu dem zu machen, was sie sind und was sie sein sollen.

Fazit

Mit dem Buch „Agil Moderieren“ von Michaela Stach habe ich ein Buch gelesen, auf das ich so nicht aufmerksam geworden wäre. Läge es einfach in einem Buchladen, hätte ich es wahrscheinlich nicht beachtet. Damit hätte ich eine wunderbare Chance vertan. Ich frage mich nach dem Lesen eines Buches immer: „Bin ich nach dem Buch persönlich gewachsen, hat es mich verändert und hat es mir etwas gebracht?“ Lassen Sie mich an unsere Vereinbarung erinnern.

Wenn Sie dem Meeting, dem Gruppengespräch eine Chance auf Veränderung geben wollen, wenn Sie der Meinung sind, dass wir die Komplexität unserer Welt nur gemeinsam lösen können und wenn Sie es satt sind, durch ewiges Herumgesabbel wertvolle Zeit zu verschwenden, dann lesen Sie dieses Buch.

Allen anderen sage ich (und die Freiheit nehme ich mir): Sie sind grundsätzlich hier falsch. Denn ein Unternehmer unternimmt etwas, ist bereit zur Veränderung und zieht nicht etwas durch, was seit Jahren nicht funktioniert, nur „weil wir es immer so gemacht haben“. Sie können viel Geld, viel Zeit sparen, indem Sie einfach keine Meetings durchführen. Sie gehen damit aber einem der Trends aus dem Weg, der sicherstellt, dass Ihr Unternehmen auch morgen noch mitspielt.

Verlagshinweis:

Agil_Moderieren_Stach_R1AGIL MODERIEREN

Michaela Stach
Konkrete Ergebnisse statt endloser Diskussion

Interaktiv – Konstruktiv – Flexibel

BusinessVillage 2016
ISBN: 978-3-86980-332-6

24,80 Eur [D] / 28,50 Eur [A] / 28,70 CHF UVP

Diskussionsrunden, Meetings oder Projektbesprechungen produzieren oftmals nur frustrierte Teilnehmer und keine verwertbaren Erkenntnisse. Die Ergebnisse liegen meist nicht im Einflussbereich der Teilnehmer, es wird aneinander vorbeigeredet, Konkretes wird vermieden und die Gespräche drehen sich im Kreis – eben typische Alibimoderationen, die das eigentliche Ziel verfehlen.

Gleichzeitig sind Fragestellungen komplex und oftmals interdisziplinär. Vom Zeit- und Erfolgsdruck ganz zu schweigen. Tragfähige Lösungen können aber nur dann entstehen, wenn der Kopf kühl bleibt und die verschiedenen Perspektiven und Expertisen integriert und genutzt werden. Und genau hier setzt die Aufgabe des agilen Moderierens an.

Michaela Stach zeigt in ihrem neuen Buch, wie man mit Offenheit, Wertschätzung und gesunder Multiperspektivität ganz neue Akzente

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